Themendossier:

Bildungsmedien und Zulassungspflicht

In vielen Bundesländern unterliegen Schulbücher einer amtlichen Zulassungspflicht. Dabei ist unterschiedlich geregelt, ob digitale Werke und welche Arten von Bildungsmedien, zum Beispiel Atlanten, als Schulbuch gelten und einer Zulassungspflicht unterliegen. Beispielsweise gelten Arbeitshefte in vielen Bundesländern nicht als Schulbücher und sind dort nicht zulassungspflichtig. Die Prüfverfahren sind für die Verlage mit Kosten von branchenweit jährlich rund 200.000 Euro verbunden.

Von der Zulassung ...

Das häufigste Prüfverfahren ist die Begutachtung. Dabei werden die Materialien mehreren unabhängigen Gutachtern, zum Beispiel ausgewählten Lehrkräften, vorgelegt. In einem oft mehrere Monate dauernden Verfahren wird überprüft, ob die Vorgaben der Lehrpläne umgesetzt sind und ob didaktische Grundprinzipien wie zum Beispiel das Indoktrinationsverbot beachtet sind. In einigen Bundesländern besteht für einzelne Fächer auch die Möglichkeit eines vereinfachten Verfahrens, bei dem nur stichprobenhaft überprüft wird.

... zur Schulbuchliste

Durch die Zulassung erscheinen die Bildungsmedien auf den Schulbuchlisten der Bundesländer. Sie können dann von Lehrkräften bestellt werden. Das "Bestehen" der Prüfverfahren ist für die Verlage deshalb eine Grundvoraussetzung beim Zugang zum Schulbuchmarkt. Eine Absatzgarantie ist das jedoch nicht. Denn die Zulassung bedeutet für die Lehrkräfte keinerlei Verpflichtung, ein bestimmtes Schulbuch – oder überhaupt ein analoges oder digitales Bildungsmedium – zu benutzen. Lehrkräfte können frei wählen, welches Konzept für sie das richtige ist.

Bildungshoheit der Länder

Mit dem Zulassungsverfahren nimmt die Bildungspolitik der Länder ihre Bildungshoheit wahr. Sie prüft die Konformität zu den Lehrplänen und verhindert z. B. eine einseitige oder falsche Darstellung von Lerninhalten.

Herausgeber: Verband Bildungsmedien e. V.

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